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28 SammelobjekteEchte Karettschildkröte (Eretmochelys imbricata) sorgfältig präpariert, die Unterseite (Plastron) ist gelb gefärbt, ausgewachsen (Größe 56 cm), ein besonderes Objekt der Sammlung. Sie wird nicht selten mit der Unechten Karettschildkröte (Caretta caretta) verwechselt, der Unterschied besteht bei den Rippenschilden des Panzers. Die Art ist weit verbreitet, insbesondere in tropischen und subtropischen Meeren, aber auch in gemäßigten Zonen, z.B. auf der Insel Zakynthos (Griechenland). Dort konnte ich sie in freier Natur beobachten. Trotz internationalen Schutzprogrammen und den Bemühungen zum Schutz der Niststrände ist sie weiterhin erheblich bedroht. Deshalb gehöre ich zwei Schutzorganisationen in Deutschland an, die sich weltweit für gefährdete Schildkröten einsetzen. Außerdem war ich mit WILDCOAST (USA/Mexiko) in gutem Kontakt und erhielt hierzu 2006 eine Urkunde.
Bayern, Deutschland
Diese beiden klassischen Rollbilder (Japan, Showa-Zeit, ab 1926), mit den Glückssymbolen Minogame bei Sonnenaufgang bzw. Kranichen und dem orginalen Holzkasten gehören zusammen, Tuschemalerei, mit Seidenmontierung eingefasst, Signatur und Siegel, Größe je 206 x 30 cm. Der Name Unkei wurde in der jap. Kunstgeschichte vereinzelt auch von Malern der späteren Epochen als Künstlername genutzt, hat jedoch keinen Bezug zu dem berühmten Bildhauer (ca. 1150 - 1223). Die lackierten Holzstäbe an der Unterseite stehen über, um Porzellan-Gewichte zur Straffung anzuhängen. Das Rollbild erfreut sich in Japan großer Beliebtheit, weil es sich leicht wechseln (z.B. entsprechend der Jahreszeit) und außerdem platzsparend verstauen läßt. Übrigens: der Nationalvogel mit dem roten Fleck auf dem Kopf war nahezu ausgestorben, jetzt gibt es wieder ca. 800 Paare.
Unkei
Japan
Die Versteinerung aus der Grube Messel (bei Darmstadt) stammt aus dem Zeitalter des EOZÄN und ist ca. 48 Millionen Jahre alt, wissenschaftlicher Name "Allaeochelys Crassescuptata". Der reine Panzer ist ca. 20 x 18 cm groß. Zur zusätzlichen Stabilisierung habe ich das Objekt rahmen lassen (Format 44 x 48 cm). Zunächst gab es jedoch erhebliche Konservierungsprobleme. Das geborgene Material trocknete aus und drohte zu zerfallen. Erst seit Beginn der 1970er Jahre wurde es möglich, die Fossilien auf Epoxidharz umzubetten und damit dauerhaft zu konservieren. Das Verfahren wurde von Hobby-Forschern zur heute noch angewandten Form entwickelt. Zwar sah ich derartige Exponate bereits vor dem Erwerb, z.B. auf der Mineralienmesse in Stuttgart, hatte aber zunächst Zweifel an dieser Methode und holte deshalb fachmännischen Rat ein. Die Grube wurde 1995 als erstes deutsches Naturdenkmal in die UNESCO-Liste des Welterbes aufgenommen. Durch vulkanische Aktivitäten hatte sich vor ca. 50 Millionen Jahren ein Maarkrater mit See gebildet und es herrschte tropisches Klima. Im sauerstoffarmen Schlick blieben Kadaver besonders gut erhalten. Gefunden wurden u.a. Urpferdchen, Schildkröten, Krokodile, Vögel, Fische, Insekten und viele Pflanzen. Nach Ende der Förderung von Ölschiefer im Tagebau begannen 1971 langjährige Planungen für eine große Mülldeponie, die durch Proteste und Gerichtsverfahren im letzten Moment verhindert werden konnten. Bei einem Besuch hatte ich vor Ort die Möglichkeit, zwei Archäologen-Teams bei Grabungen (die immer noch andauern) zu beobachten.
Hessen, Deutschland
Versteinerung aus dem Zeitalter des Oligozän, ca. 30 Millionen Jahre alt, mit seltener rötlicher Färbung, wissenschaftliche Bezeichnung: Testudo thomsoni, ca. 13,5 cm groß, s. auch die Abbildung des Bodenpanzers. Fundort sind die White River Badlands, seit 1978 Nationalpark, South Dakota (USA), dort aus dem eigenen Steinbruch und Laboratorium für Präparationen von Herrn Prerer. Er kooperiert mit Museen weltweit und unterhält eine Fossilien-Galerie in Bad Homburg. Über ihn wurde 2007 der berühmteste Fund aus der Grube Messel, das Äffchen "Ida" (Fossil eines Primatenvorläufers, wissenschaftlicher Name "Darwinius masillae", 47 Mio Jahre alt) für ca. 750.000 US-$ an das Naturhistorische Museum der Universität Oslo verkauft. Eine Versteinerung aus der Grube Messel findet sich übrigens auch in meiner Sammlung (" Suche : Messel ").
Dr. Thomas Prerer
Süd-Dakota, Vereinigte Staaten von Amerika

"Dame mit Schildkrötenhut"
Die beeindruckende Begegnung mit dem Künstler bei der ART STROKE (München) und sein altmeisterlicher Stil inspirierten mich zu dieser Auftragsarbeit. Ergebnis ist das wunderbare Werk (2024), Titel "Dame mit Schildkrötenhut", Bleistift mit feinen, weißen Schraffuren, sign., Format 20 x 30 cm. Der Künstler studierte an der Universität für angewandte Kunst in Wien (Meisterklasse Prof. Hutter und Prof. Herzig), wo er auch überwiegend lebt. Seine Arbeiten befinden sich in renommierten öffentlichen und privaten Sammlungen, u.a. bei Alexander Knauf (Konzern in Iphofen/Unterfranken, dort mit eigenem erstklassigen Museum). Er ist ein klassischer Atelierkünstler (wird durch mehrere Galerien vertreten) und weitläufig verwandt mit Paul Flora (1922 - 2009), einem prominenten Zeichner, Karikaturisten, Illustrator und Schriftsteller, der ihm auch Vorbild ist (der hatte auch im Knauf-Museum Iphofen ausgestellt und ich durfte ihn bei Meisi Grill kennen lernen).
Christian Flora
Bayern, Deutschland
Der Bildband, Autor Karl Albert Frickhinger, Goldschneck-Verlag, Korb, 1994, 336 Seiten, beschreibt die äußerst bedeutenden Fossilien von Sonthofen nahezu lückenlos und dokumentiert die in den Plattenkalken gefundenen Tiere und Pflanzen (dort gab es vor etwa 150 Mio Jahren eine Lagune im Altmühltal). Der Schlamm verdichtete sich zu Stein und überlieferte so eine weltweit einmalige Lebenswelt von Pflanzen (z.B. Algen, Palmfarne, Ginkgo), Wirbellosen Tieren (z.B. Quallen, Muscheln, Krebsen Seesternen, Insekten), und Wirbeltieren (z.B. Schildkröten, Echsen, Krokodilen, Dinosauriern). Beschrieben sind eine Reihe von Schildkröten-Arten (mit 11 Abbildungen), die zu den großen Seltenheiten gerechnet werden. Das mittig zu sehende Exemplar ist 60 cm groß, rechts oben eine unbenannte Schildkröte (28 cm), und darunter als Ausschnitt der Kopf einer Schildkröte (Jura-Museum, Eichstätt). Die bekanntesten Funde sind in öffentlichen Museen ausgestellt, es werden die wichtigsten genannt (Bay. Staatssammlung für Paläontologie, Bürgermeister Müller Museum,Solnhofen, Naturkunde-Museum Bamberg, Carnegie Museum of Natural History, Pittsburg (USA), Jura-Museum Eichstätt, Museum für Naturkunde der Humboldt Universität Berlin, Naturmuseum Senckenberg Frankfurt, Museum of Natural History, New York, The Natural History Museum, London).
Bayern, Deutschland
Auftragsarbeit, Lithographie vom eigenen Stein (ca. 1850, der Künstler ist namentlich nicht bekannt), Format 22 x 16 cm (plus Umrandung). Diesen einzigen Abzug hat Franz Hoke (seinerzeit Leiter der Lithographie-Werkstatt im Künstlerhaus München) 2015 handwerklich meisterhaft "gezaubert". Erfinder der Technik ist Alois Senefelder (1771 - 1834). Den alten Solnhofener Lithographie-Stein hat mir Andreas Brahm (s. Chimaira / Edition, Buchhandlung und Antiquariat in Frankfurt) beschafft. Über ihn besitze ich zahllose Bücher zum Thema Schildkröten aus aller Welt.
Franz Hoke
Bayern, Deutschland
Alter Lithographie-Stein von ca. 1850, natürlich ein Unikat, Format 22 x 16 cm, ca. 9 cm dick. Es gibt nur einen Abzug von Franz Hoke ("Suche: Hoke"). Der Künstler des Motivs ist nicht bekannt. Lithographie oder Steindruck ist das älteste Flachdruckverfahren. 1793 entdeckte Alois Senefelder die Brauchbarkeit des Steinvorkommens für die Anfertigung von Lithographieplatten. Die dafür eingesetzten Plattenkalke kommen aus der Umgebung von Solnhofen, sind ca. 150 Mio Jahre alt und gehören zu den artenreichsten Fossillagerstätten der Welt (berühmtes Beispiel: der Archaeopteryx, ein urtümlicher Vogel und Brückentier zu Dinosauriern). Dieses ungewöhnliche Objekt habe ich über Andreas Brahm (Chimaira, Frankfurt) erhalten, ebenso wie zahlreiche weitere Werke. Wegen dieser Verdienste ist er in der Danksagung meines Sammlungs-Kataloges ausdrücklich genannt (wie u.a. auch Alexander Lauterwasser, "Suche : Lauterwasser").
Bayern, Deutschland
Messel, UNESCO-World-Heritage-List
Zwei Fachbücher zur Grube Messel (bei Darmstadt), die zu den bedeutendsten Fossilfundstätten der Welt zählt, seit 1995 UNESCO- Weltnaturerbe. Dort lebte vor etwa 50 Mio Jahren (Eozän) in einer üppigen Urwald-Landschaft eine vielgestaltige Tierwelt, u.a. Schildkröten, Krokodile oder Urpferdchen. Zum Buch links: Jan Thorbecke Verlag, Sigmaringen, 1998, 151 Seiten, mit vielen, prächtigen Farbaufnahmen (Fotos: "Suche Messel"). Rechts: Begleitbuch zur Ausstellung "Messel on Tour", 2007, die anschließend in Leiden, Oslo, Hannover, Stuttgart, Basel, Münster und Pittsburgh (USA) zu sehen war, 159 Seiten, ebenfalls mit erstklassigen Farbfotos. Natürlich habe ich damals die Grube Messel selbst besucht und konnte auch Ausgrabungen beobachten. Außerdem gibt es weitere Literatur, 2 informative Flyer, diverse Zeitungs-Ausschnitte und einige eigene Fotos. Hervorzuheben ist insbesondere der Erwerb einer versteinerten Schildkröte aus dem Ölschiefer der Grube ("Suche : Messel"). Originale Fossilien finden sich insbesondere im Naturmuseum Senckenberg, Frankfurt, im Hessischen Landesmuseum Darmstadt, im Fossilien- und Heimatmuseum Messel sowie im Besucher- und Informationszentrum direkt am Rand der Grube Messel. Dort ist auch der Besuch der Grube im Rahmen von Gruppenführungen möglich.
Bayern, Deutschland
"Hollyfood"
Digitale Zeichnung, der Titel ist eine Anspielung auf Hollywood, limitierter Offset-Druck, Größe 70 x 50 cm. Der Künstler absolvierte die Akademie U 5 in München und ist als Grafiker, Comiczeichner und Autor tätig. Als Illustrator arbeitet er für diverse Zeitungen (von der SZ bis zum Playboy). Auch als Autor ist er in der Sammlung vertreten, mit dem grafischen Roman "Vatermilch", Buch 1: Die Irrfahrten des Rufus Himmelstoss, Carlsen Verlag Hamburg, 2020, "Suche : Oesterle". Er erhielt den Comic-Buchpreis der Berthold Leibinger Stiftung und den Schwabinger Kunstpreis der Stadt München. Zur Darstellung: in Bezug auf Hollywood und die Filmindustrie sind die unterschiedlichsten Filmschaffenden zu sehen (Drehbuch, Regie, Ausstattung, Beleuchtung, Filmschnitt, Ton, Verpflegung etc., auch der Kameramann, Windmacher, Stuntman und Boss = "Crew United"). Mich interessiert besonders das Motiv rechts oben: Giraffe, Hund und Schildkröte sind nämlich ebenfalls Filmschaffende, und zwar als Tiertrainer! Mit der möglichen Vergrößerung des Bildes sind alle Details besser erkennbar.
Uli Oesterle
Bayern, Deutschland
Sein Buch "Vatermilch", Buch 1: Die Irrfahrten des Rufus Himmelstoss, Graphic Novel, Carlsen Verlag Hamburg, 2020, 126 Seiten, hat mir der Künstler Uli Oesterle mit einer Originalzeichnung signiert.
Bayern, Deutschland
Eine originale Fußboden-Diele mit Nut, "Ein echtes Stück Berlin", handbemalt, Größe 15,5 x 14,5 x 2,5 cm. Die Künstlerin hat ihr Atelier seit 2016 in Diessen (Ammersee).
Izabella Markiewicz
Bayern, Deutschland
Der Autor und Künstler ist einer der weltweit renommiertesten Manga-Zeichner, geb. 1947 in Tottori / Japan. Carlsen Verlag, Hamburg, 2. Auf-lage 2016 (längst vergriffen), 215 Seiten, 15 Kapitel, davon eines mit dem Titel "Die Schildkröte" (14 Seiten). Das Leben und Wirken des Karthographen Ino Tadataka (der hat Japan zu Fuß vermessen und seine Aufzeichnungen zu einer Landkarte zusammengefügt) und zwar im historischen Edo, dem heutigen Tokyo. Auf fast allen der 14 Seiten kommen Schildkröten vor. Textinhalt: Verkauf von Schildkröten, mit dem Sinn, dass diese freigelassen werden (das soll Glück bringen). Eines der Schildkröten-Motive bezieht sich auf den berühmten Künstler Hiroshige, die Titelseite zeigt den Kartograph. Zusätzlich ist auf einer gesonderten Seite ein Ausschnitt aus der gesamten Geschichte zu sehen ("Suche : Der Kartograph").
Jiro Taniguchi
Bayern, Deutschland

Eisbachsurfer
Auftragsarbeit, Titel: "Eisbachsurfer", Aquarell/Fineliner, sign. Blondi (die Künstlerin firmiert clever unter: blondiart.com), Format 21 x 30 cm. Die Welle erinnert an den berühmten Holzschnitt von Katsushika Hokusai (1780 - 1849), Titel "Unter der Welle im Meer vor Kanagawa". Ein Original-Holzschnitt befindet sich in der Bayer. Staatsbibliothek München. Zum optischen Vergleich ein Waschbecken-Stöpsel ("Suche: keep cool") oder eine Zeichnung ("Suche : Til Mette"). In einer mail schreibt sie mir u.a. "Meine Kunst live bei Dir zu sehen, ist ehrlich gesagt die größte Ehre". Jedes Jahr wird von Künstlern des Schwabinger Weihnachtsmarkts eine Glühweintasse entworfen, 2025 von ihr (Motiv sind elf fröhliche Tiere und einige weihnachtliche Symbole), sie stellt dort außerdem im Kunstzelt aus.
Claudia Steinbrich
Bayern, Deutschland
Auftragsarbeit (Ausschnitt), Graffiti von LOOMIT (= Mathias Köhler), 2006 in 3 Stunden mit 2-Komponenten-Spray an die Decke meines Bades gesprüht, Größe ca. 3,2 qm, sign. Der recht kleine Entwurf hatte mich sofort überzeugt. Der Künstler lebte sehr früh seine Lust aus "Kreatives mit Verbotenem zu verbinden". Seit einem Gerichtsverfahren (1984) verwendet er das Pseudonym Loomit. Er ging u. a. in die USA und lernte in New York das Tätowieren. Er gilt in Deutschland als Pionier der Street Art und ist schon lange in der internationalen Szene tätig. Natürlich ist er auch in München mit etlichen Arbeiten gut vertreten, darunter ein 23 Meter hohes Graffiti, gewidmet dem Widerstandskämpfer Georg Elser (zusammen mit WON ABC, dies entspricht seiner sehr kooperativen Arbeitsweise). Außerdem erhielt er den Schwabinger Kunstpreis aus der Hand von Oberbürgermeister C. Ude. Zudem gibt es eine ausführliche Film-Dokumentation "Lebenslinien - Loomit der Sprayer" als BR mitschnitt-Service auf DVD. In der Badewanne träume ich zuweilen davon im Meer zu tauchen oder denke an Picasso: "Kunst wäscht den Staub des Alltags von der Seele".
Künstlername Loomit
Bayern, Deutschland

Schöpfung durch denken
Unikat, Titel "Schöpfung durch denken", Graphit und Tusche auf Büttenpapier, von 1994, Format 76 x 56 cm. Das Motiv bezieht sich auf die Ethnie der Hopi (USA), mit dem Begleittext: "Als der große Geist zu Bewusstsein kam, fing er an zu weinen, und aus seinen Tränen wurde das Wasser. So dachte er "Licht" und es ward Licht. Und so wünschte er sich alles was geworden ist". Die wunderbare Arbeit konnte ich während der Ausstellung "Im Zeichen der Schöpfungsmythen" zum 90. Geburtstag der Künstlerin in der Galerie Carol Johnssen (München) erwerben, die Rune Mields seit 1988 vertreten hat. Dargestellt sind die wichtigsten Symbole dieses Kulturkreises, von der Maispflanze bis zu Pfeil und Bogen und von der Schildkröte bis zur Eidechse (evtl. Suche: "Hopi" oder "Nabelschnurbeutel"). Die kleine Schildkröte findet sich außerdem schon lange auf meiner Visitenkarte. Die seit 1972 in Köln lebende Künstlerin ist eine Ausnahmeerscheinung mit vielen Facetten. Bemerkenswert sind die klare Formsprache und die nahezu grundsätzliche Beschränkung auf die Farben schwarz, weiß und grau. Von den zahllosen, auch internationalen Ausstellungen soll hier nur die documenta 6 (1977 in Kassel) hervorgehoben werden. Sie ist u.a. Ehrenmitglied des Deutschen Künstlerbundes. Ihre Bücher sind inzwischen vergriffen, vorhanden ist der Katalog zur Retrospektive "Genesis" in Göttingen (1992, 63 Seiten), mit Einführungstext von Prof. Lothar Romain, Zitat: "Im Zentrum steht eine groß angelegte Reihe zu den Schöpfungsmythen in den unterschiedlichen menschlichen Kulturen ... ". Auch das Kunstmuseum Bonn widmete ihr anlässlich des 90. Geburtstages eine Ausstellung. Ihr aktuelles Zitat: "Mir geht es wie Gerhard Richter, ich kann zwar nicht mehr großformatig malen, aber zeichnen kann ich immer noch. Und deshalb zeichne ich auch jeden Tag, meist von morgens bis zehn Uhr abends. Geistig bin ich noch nicht in Rente gegangen" - welch ein V o r b i l d ! Die alte Dame hat über ihren Sohn Kenntnis von diesem Eintrag im Virtuellen Museum erhalten. Nach 91 erfüllten Lebensjahren ist sie am 26.6.2026 verstorben.
Rune Mields
Bayern, Deutschland
"Kind auf Schildkröte"
Porzellan-Figur eines anmutigen Mädchens aus den "Schwarzenburger Werkstätten" (inseitig eingeprägt), 1948, von Dorothea von Philipsborn (1894 - 1971), sign. D v P , zeitbedingt in sehr kleiner Auflage und damit inzwischen eine absolute Rarität, Breite 42 cm, Höhe 43 cm (einschließlich dem 8-eckigen Sockel). Frauen durften vor dem 1. Weltkrieg nicht an den Kunstakademien studieren. Laut eigenem Bericht wurde sie bereits als 14-jährige bei dem erfolgreichen Bildhauer Paul Schulz unterrichtet und studierte später an den Kunstakademien in Breslau und Dresden. Zu Beginn der 1920er Jahre richtete sie ihr Atelier im elterlichen Gut ein und hatte diverse Aufträge, z.B. für heroische Kriegerdenkmäler. Ab den 1930er Jahren war sie mehrfach bei der "Großen Deutschen Kunstausstellung" in München vertreten. Nach der Flucht von Gut Strehlitz (Schlesien) lebte sie ab 1946 in Weißwasser (Sachsen). Dort erhielt sie nachträglich ein Ehrengrab. Freikünstlerisch widmete sie sich Aktdarstellungen von Kinder und jungen Frauen, mit der Hoffnung beispielsweise Aufträge von Porzellanfirmen zu erhalten. Dies erfüllte sich u.a. mit meiner Skulptur. Neben vielen Kleinplastiken schuf sie auch Brunnen und lebensgroße Skulpturen für den öffentlichen Raum. Sie gilt als eine der prägenden Künstlerinnen ihrer Zeit, mit einer Reihe von Ausstellungen, sogar in China und im Irak. Zur Sammlung gehören außerdem ein kleiner Katalog und neuerdings ein eindrucksvoller Katalog "Zwischen Tradition und Moderne" des Brandenburgischen Landesmuseums für Moderne Kunst (Cottbus), 116 Seiten, in deutscher und polnischer Sprache. 2025 fragte eine Berliner Galerie (die mein Objekt im Virtuellen Museum gefunden hatte) an, ob ich bereit sei, das ausgefallene Stück für eine gezielte Ausstellung auszuleihen. Dies lehnte ich jedoch ab, da im Fall z.B. einer Transport-Beschädigung allein der ideelle Wert unersetzbar wäre, da hilft auch keine Versicherung. Sie ist übrigens in der Sammlung von Karl Knauf vertreten, deren Schwerpunkt auf Skulpturen aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts liegt. Querverbindung unter " Suche : Knauf ".
Dorothea von Philippsborn (1894 -1971))
Sachsen, Deutschland
Farbxerokopie, handübermalt und handsigniert, num. 11/50, siehe auch zwei weitere Arbeiten in meiner Sammlung (Suche: "Paik"), gekauft bei der hervorragenden Ausstellung in Bremen (1999). Außerdem schätze ich sein starkes Zitat in deutscher Sprache: "Wenn zu perfekt, liebe Gott böse". Er gilt als der berühmteste koreanische Künstler.
Nam June Paik (1932 - 2006)
Bremen, Deutschland
Am Faschings-Dienstag 2012 bat mich Rosi Mittermaier (volkstümlicher Beiname: Gold-Rosi) in der Stadtsparkasse München um ein gemeinsames Foto (aufgenommen von ihrem Mann), weil ihr die Verkleidung gut gefiel. Einen Hinweis dazu gibt es auch im Münchner Merkur "Der Herr der Schildkröten" ("Suche : Rosi").
Christian Neureuther
Bayern, Deutschland
Love Turtle
Auftragsarbeit, Titel: "Love Turtle", Pop Art, Gips, handbemalt, sign., Größe ca. 22 cm, siehe auch weitere Arbeiten der Künstlerin.
Renate Thierjung
Bayern, Deutschland
Gitarre aus Holz, mit dem Panzer einer Meeresschildkröte als Resonanzkörper, zwar solide verarbeitet, aber nicht mehr voll funktionsfähig, vermutlich aus den 1960er Jahren, evtl. aus Mexiko (oder USA), zur Verfügung gestellt von E. Kühe (Hannover), der das Objekt auf einem Trödelmarkt erwarb. Er hatte meine Sammlung im Internet entdeckt und wollte, dass die Gitarre "einen würdigen Platz findet". Größe 90 cm (der Panzer misst ca. 44 x 35 cm), zugehörig ist eine Hülle aus rotem Kunstleder. Auch einige afrikanische Saiteninstrumente besitzen Resonanzkörper aus Schildkrötenpanzern (sogar für Gebrauchsgegenstände, wie z.B. Blasebalge, werden dort Schildkrötenpanzer eingesetzt).
Niedersachsen, Deutschland
Panzer einer Eretmochelys imbricata (Echte Karettschildkröte), Größe 45 cm, weite Verbreitung in den Meeren der Tropen, Subtropen und der gemäßigten Breiten. Die Schilde des Carapax überlappen sich wie Dachziegel. Durch die rückseitige Beleuchtung sind außerdem Teile des Skeletts zu erkennen. Wegen der Schönheit des Schildpatts ist diese Art leider immer noch sehr bedroht. Ich habe das Objekt unter abenteuerlichen Umständen von einem indonesischen Fischer gekauft. Das Washingtoner Artenschutzabkommen war zu diesem Zeitpunkt noch nicht beschlossen. Schildpatt ist seit der Antike als Rohstoff zur Herstellung von Kunst- und Gebrauchsgegenständen (z.B. Schmuck, Möbelintarsien, Schatullen, Kämmen / " Suche : Kamm ") begehrt. Zum Motiv passend ein Zitat des Schweizer Schriftstellers Robert Walser "Die Natur braucht sich nicht anzustrengen, bedeutend zu sein, sie ist es".
Ost-Java, Indonesien
Versteinerung aus dem Oligozän, White River Badlands. Hier zu sehen ist die Unterseite der schon beschriebenen, kompletten Schildkröte (Größe 14 cm), die sich von allen anderen derartigen Objekten unterscheidet, da sie innen hohl ist. Nebenbei: in dieser Region lebten indianische Stämme seit 10.000 Jahren, bis man sie in Reservate zwang.
Süd-Dakota, Vereinigte Staaten von Amerika
Turtle
Videoinstallation "Turtle" mit 166 Monitoren, 3 Bildplattenspielern, Stahlkonstruktion, Größe 10 x 6 Meter, Foto von Helge Mundt. Schon wegen dieser Arbeit fuhr ich 1999 zu der großen Retrospektive der Kunsthalle Bremen. "Der Künstler setzt der Schildkröte, die als eines der ältesten Lebewesen die Zeit überwunden zu haben scheint, ein Denkmal" (Zitat von Willi Blöß, in dessen Comic-Biografie zu N.J.P., sign. und für mich mit einer passenden Skizze versehen). Zudem gibt es das Motiv mit den 166 Monitoren natürlich als Postkarte. Unter "Suche : Paik" finden sich meine drei Schildkröten-Farbxerokopien (handsign.).
Nam June Paik (1932 - 2006)
Bremen, Deutschland