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2852 Sammelobjekte
Rarität (#05592)
Skulpturen#05592

Rarität

Antike Tierskulptur (mit einer Art Drachenkopf) aus der expansiven Han-Dynastie, die das Kaiserreich China von 206 v. Chr. - 220 n. Chr. regierte, Terrakotta, mit Farbspuren, Größe 19 cm, eine absolute Rarität, erworben über ein namhaftes Auktionshaus. Die Han-Dynastie verzeichnete eine kulturelle und wirtschaftliche Blüte, die erstauliche Parallelen zur aktuellen Periode aufweist. Die Schildkröte (chinesisch : Kuei) steht in der Mythologie Chinas für Langlebigkeit, Weisheit und Geduld.

Hebei, China

Buddha (#05389)
Kultgegenstände#05389

Buddha

Buddha, stehend auf den mythischen Symbolen Lotosblüte (der Lotos-Sockel ist Sinnbild für Reinheit und Vollkommenheit)  u n d  Schildkröte (Sinnbild für Langlebigkeit), Bronze, feuervergoldet, 50 cm groß. Zu den zahlreichen Buddha-Merkmalen zählen auch der Haarknoten (der Krone und Weisheit symbolisiert). Interessant ist in diesem Zusammenhang auch das Zitat: "die Fußsohlen sind so weich und eben wie der Brustpanzer einer Schildkröte". Durch die Internationale Handwerksmesse München hatte ich langjährigen Kontakt zu dem tüchtigen Händler und Gentleman Om Shresta aus Nepal, der mir die in dieser Darstellung äußerst seltene Skulptur beschaffte. Im Museum Fünf Kontinente (München) findet sich ein optisch verwandtes Prachtobjekt, aber in gewaltigem Format und Buddha steht dort auf der mythischen Minogame. Ein zusätzlicher Bezug für mich besteht zu Philipp Franz von Siebold (1796 Würzburg - 1866 München, Begründer der internationalen Japanforschung) und dem Siebold-Museum in Würzburg (dort wurde schon früh mein Interesse an der japanischen Kultur geweckt, dies hat sich dann ab 1971 in München verstärkt). Das Museum Fünf Kontinente verfügt über dessen enorme Sammlung und genießt insgesamt weltweit großes Ansehen. Auch bei mir ist Japan einer der Schwerpunkte (s. "Suche: Japan").

Provinz Bagmati, Nepal

Die Grenzen des Wachstums (#05739)
Skulpturen#05739

Die Grenzen des Wachstums

Auftragsarbeit, Gingko-Blatt aus Ahornholz, Format 55 x 42 cm. Der Künstler ist einer der besten zeitgenössischen Bildhauer Deutschlands, mit Ausbildung an der Schule für Holzbildhauer in Oberammergau, Studium an der Kunstakademie München (Meisterschüler bei Prof. Hans Ladner), mit Auslandsstipendien in Paris und Florenz, ausgezeichnet mit namhaften Preisen (u.a. Seerosenpreisträger). Unter diversen Lehraufträgen ist besonders das Sculpture Project in Tansania (Goethe-Institut) zu nennen. Von seinen zum Teil gewaltigen Skulpturen sei exemplarisch das Denkmal für einen Halm (Titel "Die Grenzen des Wachstums", Länge 30 Meter) genannt. Wer sich ein eigenes Bild machen will, kann sich auf seiner Website informieren. Dann wird verständlich, dass ein Schildkröten-Objekt nicht sein Thema war. Er hätte es sich leicht machen können, aber das entspricht in keiner Weise seinen Ansprüchen. Also passierte zunächst lange nichts. Später hatte er in seinem Atelier mehrere von mir gepresste Gingkoblätter angepinnt (ursprünglich als Inspiration für einen Wettbewerb im öffentlichen Raum), die sich schon leicht zersetzten. Daraus entwickelte er die Idee für dieses fein ausgearbeitete Werk, in dem die Schildkröten in Form von drei kleinen "Löchern" im Blatt auftauchen (realisiert 1999). Von dieser Lösung bin ich bis heute beeindruckt. Unabhängig davon sind wir schon sehr lange befreundet und haben diverse Abenteuer zusammen erlebt, u.a. in Bonn und Berlin (gemeinsamer Vorschlag für das Holocaust-Mahnmal) oder in Peking (bei Eis und Schnee auf der Großen Mauer) bzw. in Xian (Terrakotta-Armee, ca. 220 v. Chr.). Außerdem habe ich als völliger Autodidakt bei mehreren seiner workshops an der Sommerakademie Neuburg (2-mal) und in seinem großen Atelier in Freihalden (ebenfalls 2-mal) teilgenommen und viele Künstlerfreunde (z.B. Andreas Kuhnlein) kennengelernt. Glücklich bin ich außerdem über sein quadratisches Kreuz-Relief (mit Blattgold überzogen, Gold steht in allen Weltreligionen für das Göttliche) und erfreue mich an drei kleinen Rosenblättern. Außerdem gibt es mehrere Kataloge. Eine eindrucksvolle und umfangreiche Würdigung seiner Arbeiten findet sich im Ausstellungskatalog (mit Widmung) "Kulturort Wintringer Kapelle" von Peter Michael Lupp. Mit seiner Frau, der Künstlerin Barbara Henning, bin ich ebenfalls schon sehr lang befreundet (s. deren Arbeiten).

Hermann Bigelmayr (1958 - 2024)

Bayern, Deutschland

Ginkgo biloba (#05741)
Collagen#05741

Ginkgo biloba

Collage, selbst gepresstes Gingko-Blatt (10,7 cm breit), mit zwei ausgestanzten Schildkrötchen, inspiriert durch die ausgezeichnete Arbeit von Hermann Bigelmayr. Es wirkt wie ein Wunder der Natur, dass sich kein Blatt genau gleicht, ähnlich unserer Fingerabdrücke. Bis heute schreibt man dem ältesten Baum der Welt (einer Zwischenform von Nadel- und Laubbaum) geistige und heilende Kräfte zu und von Goethe stammt das Gedicht mit dem Titel "Ginkgo biloba", beginnend mit "Dieses Baums Blatt, der von Osten meinem Garten anvertraut, gibt geheimen Sinn zu kosten ...". Bekannt ist auch, dass 1945 in Hiroshima (Japan) Gingko-Bäume den Abwurf der Atombombe überlebt haben. 

Klaus Lurati

Bayern, Deutschland

Sammelobjekt #05416
Fotos#05416

Hier präsentiere ich eines meiner Lieblingsobjekte (Gingko-Blatt), gestaltet von dem Bildhauer Hermann Bigelmayr (diese Arbeit ist eigens beschrieben). Zusammen mit ihm haben wir nach seiner großen Ausstellung in der Wintringer Kapelle (dazu gibt es einen eigenen Katalog) noch Prof. Leo Kornbrust (1929 - 2021) bei St. Wendel im Saarland besucht. Der ehemalige Professor der Kunstakademie München genoß große Wertschätzung bei seinen Studenten. Im Münchner Hofgarten steht, als Beispiel für dessen vielfältiges Engagement, ein schwarzer Marmorkubus, gewidmet den Opfern des Widerstandes.

Joachim Schmidt

Bayern, Deutschland

Sammelobjekt #06101
Gebrauchsgegenstände#06101

Schreibschatulle mit Boulle-Marketerie (der Begriff wird für die Technik verwendet und beinhaltet den Namen des berühmten Ebenisten, André Charles Boulle, der Möbel für Ludwig XIV. fertigte), ausgezeichnetes Kunsthandwerk, bei dem Messingornamente und Schildpatt-Intarsien als Furnier auf das Holz (u.a. Ebenholz) aufgeleimt werden. Die Innenseite der Kassette beinhaltet mehrere Fächer, eine aufklappbare Schreibfläche und ist verschließbar, siehe zusätzliche Abbildung. Paris, 2. Hälfte des 19. Jhd., Größe 35 x 29 cm. Ein vergleichbares Objekt ist unter  "Suche : Boulle-Technik" zu finden.

Île-de-France, Frankreich

Sammelobjekt #06098
Gebrauchsgegenstände#06098

Kästchen aus Holz, Luxusgegenstand, von einem englischen Ebenisten gestaltet, rundum mit Schildpatt (aus Sizilien importiert) verkleidet, Originalschloß, oben ein mit Initialbuchstaben verziertes Silber-Plättchen, um 1850, Basis 24 x 14 cm, Höhe 16 cm. Bei dem Schildpatt-Furnier spricht man von sog. Boulle-Technik.

England, Vereinigtes Königreich

Sammelobjekt #05379
Volkskunst#05379

Indianische Pfeife (Medicine pipe), Sakralobjekt als Symbol für Frieden und Gastfreundschaft, geschmückt mit Lederbändern, Federn und Türkissteinchen. Der Pfeifenkopf ist aus einem Stein, der nur in Minnesota vorkommt (pipe stone, "Blut der Erde"), das Mundstück aus Zedernholz, sign., 23 cm lang. In der Vorstellung von nordamerikanischen Indianerstämmen stellt die Pfeife eine Nabelschnur dar, die den Menschen mit dem Universum verbindet, geraucht auch zur Besiegelung von Freundschaften oder zum Abschluß von Verhandlungen.

Red Stag (Taos Pueblo)

Neumexiko, Vereinigte Staaten von Amerika

Sammelobjekt #04899
Kultgegenstände#04899

Indianischer Nabelschnurbeutel aus Büffelleder, Größe 14 cm, vom Stamm der Lakota-Sioux ( South Dakota, USA ) mit gefärbtem Bast und Borsten vom Kopf eines Stachelschweins sorgfältig verziert (s. ein weiteres Objekt aus Büffelleder mit Glasperlen unter "Suche : Nabelschnurbeutel"). Dem Fetisch wird schützende/magische Kraft zugeschrieben. Es gibt außerdem einige gefärbte Borsten von jungen Stachelschweinen, die u.a. für Stickereien verwendet wurden. Therese Prinzessin von Bayern brachte 1893 von ihren expeditionsähnlichen Reisen zu den Indianern Nordamerikas vergleichbare Stücke mit. Ihre umfangreiche ethnologische Sammlung befindet sich im Museum Fünf Kontinente, München (früher: Museum für Völkerkunde), das ansonsten noch über eine Reihe von interessanten Schildkröten-Objekten verfügt. Der vielseitigen Forscherin (Ethnologie, Zoologie, Botanik) ist eine Büste in der Ruhmeshalle in München gewidmet. "Das Interesse an Raritäten teilten die Wittelsbacher mit vielen europäischen Fürsten", so Herzog Franz von Bayern im Grußwort zu dem Buch "Exotische Welten" (Aus den völkerkundlichen Sammlungen der Wittelsbacher 1806 - 1848 / Staaliches Museum für Völkerkunde München, 2007). Es gibt ein zweites Exemplar, zu finden unter " Suche : Nabelschnurbeutel " .

Dorothy Brave Eagle

Süd-Dakota, Vereinigte Staaten von Amerika

Sammelobjekt #04900
Kultgegenstände#04900

Indianischer Nabelschnurbeutel (buckskinbag) aus Missouri, USA, der ein Stückchen der getrockneten Nabelschnur eines Neugeborenen enthält. Aus Büffelleder, mit Glasperlchen bestickt, Größe 16,5 cm (ohne Lederbändchen). Er wird in der Regel von der Mutter oder der Großmutter kunstvoll gefertigt und ist ein Fetisch, dem schützende Kraft zugeschrieben wird. Einheitliche Form für Knaben ist die Eidechse, für Mädchen die Schildkröte. Das Beutelchen wird zunächst an die Kindertrage gehängt, dann um den Hals getragen oder an die Kleidung angenäht und begleitet den Träger sein ganzes Leben hindurch, auch als Symbol für ein langes Leben. Der US-Bundesstaat wurde übrigens nach dem Indianervolk der Missouri benannt. Es gibt in der Sammlung noch ein vergleichbares Objekt ("Suche : Nabelschnurbeutel"). Heute können Stammzellen aus einem kleinen Stück der Nabelschnur gewonnen und eingelagert werden, zur Vorsorge für medizinische Behandlung.

Missouri, Vereinigte Staaten von Amerika

Sammelobjekt #07497
Skulpturen#07497

Alle Objekte sind aus Lapislazuli, meist erworben auf der Mineralienmesse in München. Ausgefallen ist das Motiv des Hasen auf einer Schildkröte, Größe ca. 7 cm. Diese Halbedelsteine wurden u.a. in Afghanistan schon seit 6.000 Jahren abgebaut und kamen über die Seidenstraße in den Westen. Das Material hatte schon im Altertum eine immaterielle , symbolisch aufgeladene Bedeutung (z.B. für Schildkröten-Amulette oder Skarabäen im Alten Ägypten, u.a. als Grabbeigaben, auch aus vielen anderen Mineralien wie Karneol, Quarz,Hämatit, Granat, Alabaster etc.).  Menschen, die zwischen dem 23. Juli und dem 22. August geboren sind (das trifft auf mich zu): ihr Totem im Reich der Mineralien ist der Granat, ein Halbedelstein (kristallines Silikat), dessen Farben variieren.

Bayern, Deutschland

Sammelobjekt #09027
Volkskunst#09027

Kleiner Messing-Guss aus Asien, die genauere Herkunft ist nicht bekannt. Auf einem Sockel stehen vier einfache Schildkröten, die eine deutlich größere Schildkröte tragen.

Bayern, Deutschland

Sammelobjekt #06936
Volkskunst#06936

Bronze-Guss aus Indien, patiniert, mit aufsitzender Schlange, ein Motiv das auch in anderen asiatischen Kulturen vorkommt ("Suche : Schlange"), Größe ca. 11 cm. Das Objekt erinnert mich an das Fabelwesen "Schwarze Schildkröte" (Xuanwu) eine Kombination von Schildkröte und Schlange, die insbesondere im alten China den Norden und den Winter repräsentieren (japanische Bezeichnung Genbu). Beide Tiere sind  Symbol für Langlebigkeit, vielleicht deshalb heute in Asien  auch als Schmuckstück und als Tattoo beliebt. Zu dem oben genannten Fabelwesen gibt es zwar kein eigenes Objekt, aber eine Reihe von Abbildungen.

Uttar Pradesh, Indien

Sammelobjekt #06750
Sonstige Papierformen#06750

Weinetikette aus Frankreich (Alsace/Elsass), Deutschland (Rheinhessen), Australien und Neuseeland (unten rechts: das Design bezieht sich auf ein beliebtes Tattoo der Maori und ist ein bedeutendes Totemtier und das wichtigste Symbol für Stammes- und Familienzusammenhalt). Das Wort "Honu" bedeutet Schildkröte und "Aotearoa" ist der indigene Name für Neuseeland. Weitere Etikette gibt es noch auf vollen und leeren Flaschen.

Bayern, Deutschland

Sammelobjekt #08665
Collagen#08665

Doppelkarte, Collage mit Stickerei (auch auf der Innenseite), Format 10,4 x 10,4 cm. Sie lebt in München, kombiniert Motiv, Papier und Farbe für handgefertigte Karten, Kalender, Mappen oder Bücher und hat einen eigenen Stand auf dem Schwabinger Weihnachtsmarkt.

Barbara Paulmichl

Bayern, Deutschland

Sammelobjekt #05386
Kultgegenstände#05386

Ausschnitt zu der ausgezehrten Gestalt "mo'ai kavakava" von der Osterinsel ( UNESCO-Welterbe). Hier ist die Schildkröte auf dem Kopf besser zu erkennen. Auffällig sind auch die in die Länge gezogenen Ohren. Vergleichbare Objekte finden sich u.a. in der Sammlung des Vatikan und im Museum Fünf Kontinente, München (dort mit einer Languste auf der Schädeldecke). Die Osterinsel ist eine abgelegene vulkanische Insel in Polynesien und gehört zu Chile. Schildkröten (genannt "Hornu") spielen eine wichtige Rolle in der Mythologie, in früheren Jahrhunderten galten sie als heilig und wurden schon in alten Felszeichnungen (Petroglyphen) verewigt. Sie stehen auch hier traditionell für Tugenden wie Geduld, Langlebigkeit und Ausdauer.

Región de Valparaíso, Chile

Sammelobjekt #08168
Volkskunst#08168

Das Objekt stammt aus Thailand, überzogen mit schwarzem Lack, ungewöhnlich die geschnitzte Form von Kopf und Schwanz. Im Panzer sind Perlmutt-Plättchen eingelegt, im Kopf kleine Metallsternchen, Größe 15 cm. In Thailand leben vier der weltweit sieben Arten von Meeresschildkröten, sowie Landschildkröten, insbesondere die Gelbkopf-Schildkröte. Als Nationaltiere gelten jedoch Elefanten. Lebensgroße Statuen symbolisieren Stärke, Weisheit und Glück.

Bayern, Deutschland

Sammelobjekt #08533
Zeichnungen#08533

Mit Künstlicher Intelligenz (KI) entwickelte Zeichnung, laut Dr. Jan Z. angeblich "der letzte Schrei in der Schildkröten-Sammler-Szene" (CHAT GPT/2025, der neue Hype soll KI leichter bedienbar machen), Format DIN A 4. Auch eine farbige Gestaltung wäre möglich, aber dann wird es endgültig kitschig. Ggf. kann man sich weiterer Programme bedienen.

Bayern, Deutschland

Sammelobjekt #07552
Kultgegenstände#07552

Schminkpalette, scheibenförmig, mit der Silhouette einer Schildkröte, im Körper gebrochen und wieder zusammengesetzt, mit einem Bohrloch. Als Material für die flachen Tafeln wurde fast ausschließlich Schiefer verwendet. Zeitliche Einordnung: Prädynastisch, Negade II (auch mit Nagada bezeichnet und in die Perioden I - III unterteilt), 3.500 - 3.200 vor Chr. Der Name kommt von der oberägyptischen Stadt Nagada (nördlich von Luxor), damals das prägende Zentrum der politischen und kulturellen Entwicklung. In dieser Phase erfolgte die Ausbreitung nach Norden, es begann die Assimilation der unterägyptischen Kultur, was schließlich zur Gründung des ägyptischen Staates führte. Zeitlich also vor dem Bau der großen Pyramiden (ab ca. 3.000 vor Chr.) und weit vor so bekannten Pharaonen wie Echnaton / Nofretete oder Tutanchamon, die von 1353 - 1322 v. Chr. herrschten. Zu den Bestattungsriten der oberen Klasse gehörten große Grabkammern bzw. Gräberfelder mit beachtlichen Beigaben, die der Versorgung für die Ewigkeit dienen sollten, z.B. in schönen Keramikgefäßen, aber auch persönliche Gegenstände wie Schminkpaletten (sowohl von Frauen als auch von Männern genutzt). Diese wurden zum Zerreiben und Anrühren von Augenschminke (aus Mineralien gewonnen) verwendet. Grabbeigaben waren Zeichen der Hoffnung auf Auferstehung, für die man mit den Dingen des täglichen Lebens, aber auch mit Luxusgütern aller Art, ausgestattet sein musste. Es war zugleich Antrieb für Kunsthandwerker, die ihre Werke im Bewußtsein schufen, ebenfalls für die Ewigkeit zu arbeiten. Das Ägyptische Museum München - von dort stammen auch die wesentlichen Informationen - besitzt mehrere für diese Epoche charakteristische Schminkpaletten, die u.a. als Fisch und Schildkröte (Trionyx triunguis, Trivialname: Afrikanische Weichschildkröte) gestaltet sind. Typisch ist die auf Umrißlinien reduzierte Form. Das Objekt wurde fachmännisch geprüft, Provenienz: aus der Sammlung W.K. (dort erworben in den 1960er Jahren). Es ist mit ca. 5.400 Jahren der älteste Kunst- und Gebrauchsgegenstand der Sammlung, wenn man von den Versteinerungen absieht. Länge 16,5 cm, Breite 8,7 cm, Höhe 0,6 cm. Zusätzlicher Bezug: um 3000 v. Chr. war unser Sternbild Krebs dort unter dem Namen Ab-Schetui bekannt und symbolisierte eine Schildkröte. In den zugehörigen Hieroglyphen sind zunächst eine, später sogar zwei Schildkröten zu sehen. Die Schildkröte zählte zu den Gefährten des Seth und gehörte zu den "Feinden des Re" (altägyptischer Sonnengott). Allein dieses Objekt repräsentiert ein Stück Weltgeschichte, aber weitere Überlieferungen führen hier zu weit. Auch die Babylonier sahen in diesem Sternbild eine Schildkröte. Abschließend ein Zitat von Ernest Renan (französischer Historiker und Philosph): "Das Alte Ägypten - ein Leuchtfeuer in den umnachteten Meeren der Urzeit".

Luxor, Ägypten

Sammelobjekt #07155
Gebrauchsgegenstände#07155

Die praktische Küchenreibe (oder Raspel) aus Messing, 20. Jhd., Größe 30 cm, stammt aus Frankreich.

Provence-Alpes-Côte d'Azur, Frankreich

Sammelobjekt #06609
Fotos#06609

Bronzeskulptur in Bordeaux, von Yvan Theimer (geb. 1944 im heutigen Tschechnien). Der Schöpfer oft monumentaler Skulpturen lebt vorwiegend in Frankreich und in der Toscana. In seinen Bronzen finden sich häufig Schildkröten, z.B. werden in Pietrasanta bzw. in Nantes 6 Meter hohe Stelen von Schildkröten getragen. In Nantes stehen die Obelisken an der Autobahn und spielen symbolisch auf Beständigkeit, Entschleunigung und das Reisen an sich an. Werke von ihm prägen auch das Stadtbild von Kassel, Hamburg, Fulda oder Marburg.

Maurice Subervie

Neu-Aquitanien, Frankreich

Sammelobjekt #09077
Skulpturen#09077

Das ergänzende Bild zur Arbeit von Anatol Donkan zeigt nicht nur die in seiner Heimat übliche Takelage von Schiffen, sondern auch dazugehörige und wichtige Kultgegenstände der Schamanen. In der Praxis konnte das Segel vom Mast abgenommen und dann als Sommerzelt oder zum Schutz gegen den Wind verwendet werden. Der eigenwillige Künstler hat durch unermüdliches Sammeln aller Informationen, wie z.B. zu Sehern, Heilern, Schutz- und Hilfsgeistern, einen maßgeblichen Beitrag zum Schamanentum der Nanaj geleistet. Ihre Sprache wird von immer weniger Menschen gesprochen und ist in ihrem Fortbestand bedroht. Die Arktis ist die Heimat einer Vielzahl indigener Völker. Ein Teil der Informationen stammt aus dem Bildband "Sprechende Objekte" (Ethnographica und ihre Erzählungen), Herausgeber Erich Kasten, Verlag der Kulturstiftung Sibirien, 2025, mit 223 Seiten (79 €). Der Katalog ist Ergebnis zu insgesamt 11 Ethnien. Der umfangreiche Text und die Fotos zu den Nanaj stammen von A. Donkan. Unter Stalin wurde angestrebt, das sibirische Schamanentum  auszurotten, es konnte aber nur in den Untergrund verdrängt werden. Ähnlich wie für viele Ethnien versuchte auch Joseph Beuys "Erklärungen für Unerklärliches" zu finden. Von Beuys gibt es zumindest eine sign. Grafik mit Schildkrötenmotiv (Titel: FIU Turtle / Schildkröte, mixed media, Auflage 25), aber vom Motiv her nicht überzeugend und außerdem zu teuer.

Anatol Donkan

Bayern, Deutschland

Sammelobjekt #05614
Realien#05614

Rückenpanzer einer juvenilen Meeresschildkröte (Caretta caretta) aus dem Oman, lackiert, Größe 30 cm, erhalten über ein angesehenes Antiquitätengeschäft in München. 

al-Wusta, Oman

Sammelobjekt #05812
Grafik#05812

Alte Originalgrafik einer Meeresschildkröte ("Testudo marina"), auf Büttenpapier, Format DIN A 4. In vielen alten Kulturen glaubt man, dass Meeresschildkröten eine sehr starke natürliche Kraft besitzen.

Bayern, Deutschland