Kultgegenstände
Gegenstände mit Bedeutung für Kult, Mythen und Religion. Natürlich in dieser Sammlung mit Bezug zur Schildkröte!
57 SammelobjekteBuddha
Buddha, stehend auf den mythischen Symbolen Lotosblüte (der Lotos-Sockel ist Sinnbild für Reinheit und Vollkommenheit) u n d Schildkröte (Sinnbild für Langlebigkeit), Bronze, feuervergoldet, 50 cm groß. Zu den zahlreichen Buddha-Merkmalen zählen auch der Haarknoten (der Krone und Weisheit symbolisiert). Interessant ist in diesem Zusammenhang auch das Zitat: "die Fußsohlen sind so weich und eben wie der Brustpanzer einer Schildkröte". Durch die Internationale Handwerksmesse München hatte ich langjährigen Kontakt zu dem tüchtigen Händler und Gentleman Om Shresta aus Nepal, der mir die in dieser Darstellung äußerst seltene Skulptur beschaffte. Im Museum Fünf Kontinente (München) findet sich ein optisch verwandtes Prachtobjekt, aber in gewaltigem Format und Buddha steht dort auf der mythischen Minogame. Ein zusätzlicher Bezug für mich besteht zu Philipp Franz von Siebold (1796 Würzburg - 1866 München, Begründer der internationalen Japanforschung) und dem Siebold-Museum in Würzburg (dort wurde schon früh mein Interesse an der japanischen Kultur geweckt, dies hat sich dann ab 1971 in München verstärkt). Das Museum Fünf Kontinente verfügt über dessen enorme Sammlung und genießt insgesamt weltweit großes Ansehen. Auch bei mir ist Japan einer der Schwerpunkte (s. "Suche: Japan").
Provinz Bagmati, Nepal
Indianischer Nabelschnurbeutel aus Büffelleder, Größe 14 cm, vom Stamm der Lakota-Sioux ( South Dakota, USA ) mit gefärbtem Bast und Borsten vom Kopf eines Stachelschweins sorgfältig verziert (s. ein weiteres Objekt aus Büffelleder mit Glasperlen unter "Suche : Nabelschnurbeutel"). Dem Fetisch wird schützende/magische Kraft zugeschrieben. Es gibt außerdem einige gefärbte Borsten von jungen Stachelschweinen, die u.a. für Stickereien verwendet wurden. Therese Prinzessin von Bayern brachte 1893 von ihren expeditionsähnlichen Reisen zu den Indianern Nordamerikas vergleichbare Stücke mit. Ihre umfangreiche ethnologische Sammlung befindet sich im Museum Fünf Kontinente, München (früher: Museum für Völkerkunde), das ansonsten noch über eine Reihe von interessanten Schildkröten-Objekten verfügt. Der vielseitigen Forscherin (Ethnologie, Zoologie, Botanik) ist eine Büste in der Ruhmeshalle in München gewidmet. "Das Interesse an Raritäten teilten die Wittelsbacher mit vielen europäischen Fürsten", so Herzog Franz von Bayern im Grußwort zu dem Buch "Exotische Welten" (Aus den völkerkundlichen Sammlungen der Wittelsbacher 1806 - 1848 / Staaliches Museum für Völkerkunde München, 2007). Es gibt ein zweites Exemplar, zu finden unter " Suche : Nabelschnurbeutel " .
Dorothy Brave Eagle
Süd-Dakota, Vereinigte Staaten von Amerika
Indianischer Nabelschnurbeutel (buckskinbag) aus Missouri, USA, der ein Stückchen der getrockneten Nabelschnur eines Neugeborenen enthält. Aus Büffelleder, mit Glasperlchen bestickt, Größe 16,5 cm (ohne Lederbändchen). Er wird in der Regel von der Mutter oder der Großmutter kunstvoll gefertigt und ist ein Fetisch, dem schützende Kraft zugeschrieben wird. Einheitliche Form für Knaben ist die Eidechse, für Mädchen die Schildkröte. Das Beutelchen wird zunächst an die Kindertrage gehängt, dann um den Hals getragen oder an die Kleidung angenäht und begleitet den Träger sein ganzes Leben hindurch, auch als Symbol für ein langes Leben. Der US-Bundesstaat wurde übrigens nach dem Indianervolk der Missouri benannt. Es gibt in der Sammlung noch ein vergleichbares Objekt ("Suche : Nabelschnurbeutel"). Heute können Stammzellen aus einem kleinen Stück der Nabelschnur gewonnen und eingelagert werden, zur Vorsorge für medizinische Behandlung.
Missouri, Vereinigte Staaten von Amerika
Ausschnitt zu der ausgezehrten Gestalt "mo'ai kavakava" von der Osterinsel ( UNESCO-Welterbe). Hier ist die Schildkröte auf dem Kopf besser zu erkennen. Auffällig sind auch die in die Länge gezogenen Ohren. Vergleichbare Objekte finden sich u.a. in der Sammlung des Vatikan und im Museum Fünf Kontinente, München (dort mit einer Languste auf der Schädeldecke). Die Osterinsel ist eine abgelegene vulkanische Insel in Polynesien und gehört zu Chile. Schildkröten (genannt "Hornu") spielen eine wichtige Rolle in der Mythologie, in früheren Jahrhunderten galten sie als heilig und wurden schon in alten Felszeichnungen (Petroglyphen) verewigt. Sie stehen auch hier traditionell für Tugenden wie Geduld, Langlebigkeit und Ausdauer.
Región de Valparaíso, Chile
Schminkpalette, scheibenförmig, mit der Silhouette einer Schildkröte, im Körper gebrochen und wieder zusammengesetzt, mit einem Bohrloch. Als Material für die flachen Tafeln wurde fast ausschließlich Schiefer verwendet. Zeitliche Einordnung: Prädynastisch, Negade II (auch mit Nagada bezeichnet und in die Perioden I - III unterteilt), 3.500 - 3.200 vor Chr. Der Name kommt von der oberägyptischen Stadt Nagada (nördlich von Luxor), damals das prägende Zentrum der politischen und kulturellen Entwicklung. In dieser Phase erfolgte die Ausbreitung nach Norden, es begann die Assimilation der unterägyptischen Kultur, was schließlich zur Gründung des ägyptischen Staates führte. Zeitlich also vor dem Bau der großen Pyramiden (ab ca. 3.000 vor Chr.) und weit vor so bekannten Pharaonen wie Echnaton / Nofretete oder Tutanchamon, die von 1353 - 1322 v. Chr. herrschten. Zu den Bestattungsriten der oberen Klasse gehörten große Grabkammern bzw. Gräberfelder mit beachtlichen Beigaben, die der Versorgung für die Ewigkeit dienen sollten, z.B. in schönen Keramikgefäßen, aber auch persönliche Gegenstände wie Schminkpaletten (sowohl von Frauen als auch von Männern genutzt). Diese wurden zum Zerreiben und Anrühren von Augenschminke (aus Mineralien gewonnen) verwendet. Grabbeigaben waren Zeichen der Hoffnung auf Auferstehung, für die man mit den Dingen des täglichen Lebens, aber auch mit Luxusgütern aller Art, ausgestattet sein musste. Es war zugleich Antrieb für Kunsthandwerker, die ihre Werke im Bewußtsein schufen, ebenfalls für die Ewigkeit zu arbeiten. Das Ägyptische Museum München - von dort stammen auch die wesentlichen Informationen - besitzt mehrere für diese Epoche charakteristische Schminkpaletten, die u.a. als Fisch und Schildkröte (Trionyx triunguis, Trivialname: Afrikanische Weichschildkröte) gestaltet sind. Typisch ist die auf Umrißlinien reduzierte Form. Das Objekt wurde fachmännisch geprüft, Provenienz: aus der Sammlung W.K. (dort erworben in den 1960er Jahren). Es ist mit ca. 5.400 Jahren der älteste Kunst- und Gebrauchsgegenstand der Sammlung, wenn man von den Versteinerungen absieht. Länge 16,5 cm, Breite 8,7 cm, Höhe 0,6 cm. Zusätzlicher Bezug: um 3000 v. Chr. war unser Sternbild Krebs dort unter dem Namen Ab-Schetui bekannt und symbolisierte eine Schildkröte. In den zugehörigen Hieroglyphen sind zunächst eine, später sogar zwei Schildkröten zu sehen. Die Schildkröte zählte zu den Gefährten des Seth und gehörte zu den "Feinden des Re" (altägyptischer Sonnengott). Allein dieses Objekt repräsentiert ein Stück Weltgeschichte, aber weitere Überlieferungen führen hier zu weit. Auch die Babylonier sahen in diesem Sternbild eine Schildkröte. Abschließend ein Zitat von Ernest Renan (französischer Historiker und Philosph): "Das Alte Ägypten - ein Leuchtfeuer in den umnachteten Meeren der Urzeit".
Luxor, Ägypten
Diese Kapala (bedeutet in Sanskrit, der klassischen Sprache des Hinduismus "Schädel") ist aus einer menschlichen Schädeldecke gefertigt (erkennbar an den Schädelnähten) und wurde als rituelles Trinkgefäß verwendet. Ein Freund hat es vor vielen Jahren aus Ladakh mitgebracht ( unter dem Druck Chinas wanderten viele Tibeter dorthin aus, heute gehört Ladakh zu Indien). Das Land liegt zwischen Himalaya und Karakorum und zeichnet sich durch seine tibetisch-buddhistische Kultur aus. Die Schale ist kunstvoll in Edelmetall gefasst, mit getriebenen Ornamenten, u.a. mit 44 Totenköpfen und zwei kleinen Türkisen verziert. Aus Respekt vor der zeremoniellen Bedeutung habe ich bewußt einen schlichten Unterbau getöpfert und die Kunstgießerei Kirchner in Ascholding (gegründet von dem Bildhauer Prof. Heinrich Kirchner und seit drei Generationen in Familienbesitz) mit dem Bronzeguß beauftragt. Beim gießen und den abschließenden Arbeiten durch Nicola Kirchner (sandstrahlen, auftragen der Patina, bürsten und wachsen) konnte ich zuschauen, siehe ein weiteres Bild zu dieser Kapala ("Suche : Kapala").
Klaus Lurati
Ladakh, Indien
Samenkorn-Behälter, weiße Tonerde, handbemalt, unter Verwendung von Naturfarben (u.a. werden gekaute Yuccafasern bei den Indianern vielfältig eingesetzt). Signiert mit Carolyn Concho und einer kleinen Eidechse. Die Künstlerin stammt aus dem Acoma Pueblo Reservat, New Mexico, USA. Der Durchmesser beträgt ca. 9 cm., der Kopf der Schildkröte ist plastisch geformt.
Carolyn Concho
Neumexiko, Vereinigte Staaten von Amerika
Massiver Bronzeguß aus Nanjing (zeitweilig die Hauptstadt Chinas), die Schildkröte hat einen gut ausgeprägtem Drachenkopf (Bixi), im Panzer viele chinesische Schriftzeichen, im Boden das taoistische Symbol Taiji (steht für die Einheit der komplementären Polaritäten, mit tiefem Einfluss auf die gesamte ostasiatische Kultur), bei uns besser bekannt als die sich ergänzenden Gegensätze des Yin und Yang (Weiblich/Männlich). Dieses Symbol findet sich noch bei einigen weiteren Objekten, Größe 13,5 cm.
Jiangsu, China
Eine dramatische (Bedrohung durch die Schlange), aber auch besonders lebendige Darstellung (bis hin zur dynamischen Fußstellung), aus Tibet. In Asien werden teilweise zugleich bewußt zwei, symbolisch als stark geltende Tiere optisch verbunden. Guter und massiver Bronzeguss, Panzer und Bauchseite in der alten, farbigen Cloisonné-Technik. Dabei bilden aufgelötete Kupferstege Zellen, in die flüssige Emailfarbe gegossen wird. Die Unterseite ist mit roten Blüten, Ornamenten und dem Yin- und Yang-Zeichen gestaltet, Größe 28 cm.
Xizang, China
Statussymbol
Griff eines herrschaftlichen Fliegenwedels, Volksgruppe der Baule (Elfenbeinküste/Westafrika), berühmt für ihre Schnitzkunst, um 1900 (die schöne Patina zeugt vom Alter), Größe 37 cm. Die Skulptur ist Kult- und Statussymbol. Sie war im Besitz eines Notablen und wurde nur zu öffentlichen Auftritten mitgeführt. Die Darstellung eines Greifvogels auf einer Schildkröte entstammt der Mythologie und ist nur für Eingeweihte lesbar. Im unteren Bereich befindet sich beidseitig das Gesicht eines Ahnen. Gemäß der Beschreibung der Galerie von Miller, München (Kunst aus Afrika und Ozeanien), stammt das Stück aus einer namhaften amerikanischen Sammlung. Laut Dr. h.c. Honegger befindet sich ein vergleichbares Stück in einer privaten Sammlung in Zürich, siehe seine Veröffentlichung ("Sekretär", 2011). Demnach diente es als Erkennungszeichen eines königlichen Beraters.
Abidjan, Elfenbeinküste
Bodenplatte der schon beschriebenen Schildkröte aus Tibet, Silber, reich dekoriertes Relief mit historischem Hintergrund, Mandala und Ornamenten, Größe 25 , "Suche : Tibet".
Tibet, China
Rückenpanzer (Carapax) einer Landschildkröte mit kunstvoller Silbermontierung der Extremitäten, gefertigt in Tibet (s. auch Abbildung der symbolisch bedeutend verzierten Bodenplatte, "Suche : Tibet"). Der Kopf weist menschliche Züge auf, Gebrauchsspuren, 19. Jhd., Größe 29 cm.
Tibet, China
Maske
Eine prächtige, handgeschnitzte Maske, integriert in den Rückenpanzer einer großen Schildkröte, tropisches Holz, naturbelassen (mit Spuren von Erde), rückseitig ausgehöhlt, samt Bohrungen, um die Maske mit einem Band vor das Gesicht zu hängen. Die schmalen Augenschlitze ermöglichen nur eine geringe Sicht. Warum der Ibis-artige Vogel in das gewellte Kopfhaar pickt, dürfte ein Rätsel bleiben. Maße: 41 x 26,5 x 18,5 cm. Der Schöpfer dieser Skulptur stammt aus der Ethnie der Baule, Elfenbeinküste (jetzt Cote d´Ivoire, Westafrika). Weitere Objekte: "Suche : Baule".
Bayern, Deutschland
Statussymbol
Schmuck, Anhänger aus Bronze, verziert mit wichtigen Statussymbolen, an geflochtenem Lederhalsband, Ethnie der Baule (Elfenbeinküste) Durchmesser 16 cm.
Vallée du Bandama, Elfenbeinküste
Diese Brettmaske (Tragemaske) hat man zu besonderen Anlässen, z.B. bei einem Unglück im Dorf, vorausgetragen. Der Träger wurde geführt. Welche Geschichte hat das sehr ungewöhnliche Einzelstück von der Elfenbeinküste wohl zu erzählen? Als Besonderheit scheint die Schildkröte einen Schmetterling zu verspeisen, aber auch die Darstellung einer männlichen und einer weiblichen Maske ist interessant. Die Ethnie der Baule ist für ihre raffinierten figürlichen Skulpturen bekannt. Größe: 116 cm hoch, 50 cm breit. Unter "Suche : Baule oder evtl. auch Schmetterling" sind weitere Treffer zu finden.
Savanes, Elfenbeinküste
Links: Minogame und Kranich (der einen Kerzenständer im Schnabel hält), Bronzeguss, Größe 42 cm. Beide sind Symbol für ein langes Leben und zählen zu den wichtigen Wahrzeichen des Landes, Meiji-Zeit (1868 - 1912). Die Epoche gilt als die Geburt des modernen Japan, woraus inzwischen ein hochentwickelter Industriestaat entstanden ist. Rechts: Schildkröte und Kranich, Bronzeguss, Größe 30 cm, wohl aus den 1950-er Jahren.
Japan
Diese höfische Pulverflasche (holländisch oder nordwestdeutsch), um 1680, besteht aus dem Panzer einer Griechischen Landschildkröte (Testudo hermanni), die Fassung aus feuervergoldetem Messing mit Gravuren, offene Stellen des Panzers wurden mit Leder abgedichtet, Länge (mit dem originalen Lederriemen) 23 cm. Solche Gegenstände aus exotischen Naturalien galten weniger als Jagdutensilien denn als Kunstkammer-Objekte. Kunstkammern galten als Orte des Staunens. Erworben in der "Kunstkammer Georg Laue" (München, seit 2014 auch in London). Vergleichbare Stücke gibt es in großen Museen wie Paris, London und München (Bayerisches Nationalmuseum), s. auch Wunderkammern.
Bayern, Deutschland
Auftragsarbeit, Straußenei aus Afrika, handbemalt (Acryl, Tempera, Aquarell) mit wilden Frauengestalten und 4 Schildkröten, die Darstellung ist subtil und mehrdeutig, Unikat, Größe 17 cm. Die Künstlerin hat an der Kunstakademie München (Prof. Sturm) studiert . Die klare Ei-Form symbolisiert Unendlichkeit und steht in vielen Kulturen für Leben (auch Fruchtbarkeit und Wiedergeburt). Straußeneier sind zudem Zeugen einer jahrtausende alten Globalisierung im Mittelmeerraum und wurden z.B. in einem der Königsgräber von Ur oder als etruskische Grabbeigabe (hier diente es als Wasserbehälter) gefunden. Staußeneier waren in den Kunstkammern des 16. und 17. Jahrhunderts begehrte Sammelobjekte und wurden oftmals noch dem legendären Vogel Greif zugeschrieben.
Cornelia von Detten
Bayern, Deutschland
Rechts ist die handwerklich kunstvolle Innenseite der Kapala (rituelles Trinkgefäß aus Ladakh) zu sehen. Links der "Unterbau", der das Objekt zur Schildkröte macht. Bronzeguß von Nicola Kirchner, Enkelin des bedeutenden Bildhauers Prof. Heinrich Kirchner (1902 - 1984, s. drei Kataloge, einer seiner Schüler war übrigens Lothar Fischer), der auch die Gießerei in Ascholding gegründet hat und von dem eine Reihe seiner großen Werke auf dem Skulpturenweg Seeon - Seebruck zu sehen sind. Die Auftragsarbeit erfolgte anhand des von mir gefertigtenTonmodells. Der stilisierte Schmetterling ("Suche: Schmetterling") wurde bewußt eingearbeitet, da er in der Struktur des Bodenpanzers natürlicher Landschildkröten zu finden ist, sign., Größe 23 cm, siehe auch die Abbildung der Außenseite (Schädel), unter "Suche: Kapala".
Klaus Lurati
Bayern, Deutschland
Handgeschnitztes Ritualobjekt von der Osterinsel, die zu Chile gehört. Das männliche Geisterwesen wird als "mo'ai kavakava" bezeichnet, das polynesische Wort für Rippen, die besonders hervortreten. Diese Gestalten haben eine sehr lange Tradition, dienen der Ahnenverehrung oder werden als Schutzgeister gedeutet, Größe 35 cm. Die Augen sind aus Wirbeln eines Fisches mit Pupillen aus Obsidiansplittern. Sie tragen immer individuelle Zeichen auf dem Schädel, beispielsweise einen Fisch oder Vogel. Hier ist das Totemtier (dem übernatürliche Kräfte zugesprochen werden) eine stilisierte Schildkröte, siehe auch eigenen Ausschnitt dazu. Aus dem Museum Fünf Kontinente kenne ich ein vergleichbares Stück.
Región de Valparaíso, Chile
Wertvolle Kutani-Schale, fein bemaltes Porzellan, Meiji-Zeit (ca. 1870), im Boden sign., Durchmesser 20,5 cm, Höhe 6,7 cm, mit symbolträchtigen Motiven (siehe auch Ausschnitt), die auf eine der ältesten Legenden (benannt nach dem Dorf "Takasago") der Mythologie Japans zurückgehen. Die Geschichte handelt von einem alten Ehepaar, das sich lebenslang liebte.
Japan
Ausschnitt zur Kutani-Schale, Motiv: Altes Paar (Jo und Uba), beide mit Besen (um die Nadeln der Kiefer aufzusammeln), in einer Landschaft mit Meer, Insel und untergehender Sonne, sowie einer Minogame (so werden alte Schildkröten mit Schleierschwanz aus Algen bezeichnet) und zwei Kranichen, insgesamt die klassischen Symbole Japans für Gück und langes Leben. Den Tieren wird in der Überlieferung zugeschrieben, tausend Jahre alt zu werden. Die Symbole spielen bis heute u.a. bei Hochzeitszeremonien eine Rolle ( z.B. Kraniche und Schildkröten als Dekoration).
Japan
Kozuka, Bezeichnung für Beimesser von Samurai-Schwertern aus Japan, die wohl als Allzweckmesser dienten. Sie wurden durch eigens dafür vorgesehene Aussparungen im Schwert-Stichblatt (s. Tsuba) gesteckt. In der Meiji-Zeit gab es ein Verbot, Schwerter zu tragen. In der Folge wurden viele wegen ihrer kunstvollen Gestaltung zerlegt und als Einzelteile ( siehe auch: Menuki, Fuchi, Kozuka) verkauft. Heute finden sich solche Teile, wie hier oft auch nur der obige Griff, in Sammlungen und Museen (z.B. Grassi-Museum Leipzig / u.a. auch Völkerkunde-Museum, mit einem Schwerpunkt auf Asiatischer Kunst). Oben : Legierungstechnik (Shakondo) aus Messing, Kupfer, Silber und Gold, rückseitig ebenfalls eine Schildkröte, sign., Meiji-Zeit um 1890, Größe 10,5 cm. Unten : der Griff eines weiteren Beimessers, gleiche Legierungstechnik, mit den Symbolen für Glück und ein langes Leben (Kranich, Minogame, Kiefer), um 1870, Größe 9 cm. Mittig: eine Griffzwinge, genannt Fuchi, ebenfalls Teil eines Samurai-Schwertes. Diese bildet den Abschluss des Griffes hinter der Tsuba. Motiv ist wiederum die Minogame (in der Vergrößerung besser erkennbar), Material Messing, Größe 3,4 cm.
Japan
Tsuba, das Stichblatt aus Messing ist Teil eines Samurai-Schwertes (Japan), es sitzt zum Schutz zwischen Handgriff und Klinge. Durch die Aussparungen wird die Angel der Klinge, das Beimesser und die Schwertnadel geführt. Größe 7,3 cm. Die Schildkröte zeigt zwar einen Schleierschwanz wie eine Minogame, der Drachenkopf (Bixi) und die insgesamt nicht ganz so feine Verarbeitung weisen aber evtl. darauf hin, dass das Objekt auch aus China stammen könnte (weil derartige Schwerter und ihre Zubehörteile weltweit begehrte Sammelgegenstände sind). Die Gegenseite zeigt einen Kranich mit großer Spannweite sowie asiatische Schriftzeichen.
Japan